be curious

Wachstum geschieht ausserhalb der Komfortzone

Disrupt yourself!

Ich habe meinen Arbeitgeber nach 38 Jahren verlassen, weil ich neugierig bin, immer davon überzeugt, dass das, was ist und was wir mit Kultur, Strategie, Führung und Innovation machen, immer besser gemacht werden kann. Ich habe meinen Entdecker-Hut aufgesetzt und bin aus der Komfortzone herausgetreten, wieder einmal. Diese Website ist als Journal für meine Reise des Lernens, Forschens und Entdeckens gedacht, während ich Ideen und Theorien verfolge, nach Gesprächen und kritischer Auseinandersetzung suche, um sie für neue Lösungen zu kombinieren, indem ich die Punkte speziell, aber nicht ausschliesslich, für die Versicherungsbranche verbinde.

Das ständige Verlassen meiner Komfortzone war schon immer ein integraler Bestandteil meiner Lebensgeschichte. Als Transgender-Frau brauchte ich viele Schleifen der Erweiterung meiner Komfortzone, um schliesslich den grossen Schritt zu machen und die Transition zu vollziehen. Gleichzeitig verfolgte ich in dem Bestreben, meine Identität zu unterdrücken, eine berufliche Laufbahn, die mir ständig die Möglichkeit gab, zu lernen und mich zu entwickeln. Wenn man einmal mit dem Wachstums- und Lernvirus infiziert ist, kann man ihn nicht mehr abschalten. Dankbar für all die Wachstums- und Lernmöglichkeiten, die mir mein früherer Arbeitgeber bot, war es an der Zeit, auch diesen Komfort zurückzulassen und meinem Herzen zu folgen. "Jeder Tag ist eine Gelegenheit, das zu tun, was man will" ("Das Café am Rande der Welt", John P. Strelecky). Ich interessiere mich für Menschen, Veränderung, Technologie und Innovation. Ich ging ins Silicon Valley und war fasziniert von der Can-Do-Haltung und der Furchtlosigkeit, wenn es um das Scheitern ging. Ein Jahr später kehrte ich nach Palo Alto zurück, um mich am Institute for the Future zum Foresight Practitioner ausbilden zu lassen und begann, mehr über Kultur, Strategie, Disruption, Verhaltensökonomie, Vielfalt und die Zukunft der Führung zu lesen.

«Lerne, die Fragen selbst zu lieben, denn darin liegt der Keim aller Neugierde und des Zaubers.»

Neill degrasse Tyson

Ist die Versicherungsbranche bereit, disruptiert zu werden?

Wenn das Spiel sich nicht für alle eignet, ändern wir dann nur die Regeln oder gestalten wir ein ganz neues Spiel?

Viele der heutigen grossen Versicherungsunternehmungen sind nach grösseren Ereignissen, wie Grossbränden (zB: s. unten) entstanden, da diese die Möglichkeiten von kleineren, bereits existierenden Risikogemeinschaften übertrafen. Lokale Risikogemeinschaften wurden durch nationale und internationale Risikoträger abgelöst. Bestehende Versicherer und InsurTechs bewegen sich vor allem auf dem bekannten Spielfeld.

Wie hätten wir die Widerstandsfähigkeit der Risikogemeinschaften damals gestärkt, wenn wir die heutigen Technologien und Möglichkeiten gehabt hätten?

Wie kann dezentralisierte Absicherung aussehen?

Wie unterstützen wir damit die heute Nicht-Versicherten?

Um zu beginnen, hier ein paar Themen und bisher Gelerntes, die meine Kreativität beflügeln:

Purpose

Wurzeln für Purpose


Im Jahr 2012 habe ich für meine MBA Alma Mater, die Rochester-Bern Executive Programs, eine Gastvor-lesung in Basel organisiert. In der Vorlesung zog Prof. Filip Caeldries eine direkte Linie von Purpose zu Performance und dass es dabei vor allem um Leadership geht. Purpose wurde definiert als "eine definitive Aussage über den Unterschied, den man zu machen versucht". In meiner Einführung in das Thema erzählte ich die Geschichte des grossen Brandes von Glarus im Jahr 1861, der zur Gründung mehrerer nationaler Versicherer und der Swiss Re in der Schweiz führte, so wie der grosse Brand von London im Jahr 1666 zur Gründung von Feuerversicherungen in Grossbritannien führte. Sie alle haben den Zweck, größere Risiko-Gemeinschaften zu organisieren, um solche Katastrophen abzudecken. Nach dem Vortrag fragte ich meinen damaligen CEO nach unserem Purpose, und seine Reaktion war: "Ich kann mit meinem Management-Team nicht über den grossen Brand von Glarus sprechen."

Warum nicht?

Verhaltensökonomie

Denken hilft zwar, nützt aber nichts

Die Überschrift habe ich mir von einem der Bücher von Dan Ariely ausgeliehen, welche ich in den letzten Monaten zum Thema Verhaltensökonomie gelesen habe.

Die schlechte Nachricht? Unsere Denkmaschine ist nicht so zuverlässig wie wir denken. Wenn uns die klassische Ökonomie uns als findiges, evaluierendes und maximierendes Individuum betrachtet, so liegt die Wahrheit näher bei "Wenn uns irgendwas von einer guten, ökonomischen Entscheidung ablenken kann, dann tut es das auch!" Verankerung, Verzerrung durch Verfügbarkeits- oder Ausstattungseffekte, Verlustaversion oder andere Einflussfaktoren führen uns zu suboptimalen Entscheidung, ohne dass wir es realisieren.

Die gute Nachricht? Wenn wir uns der Ablenkungen bewusst sind, können wir auch die Kundenreise gestalten und Anstösse (nudges) geben. Anstösse, die unsere Entscheidungsfreiheit bewahren und uns gleichzeitig den Weg zu besseren Entscheidungen weisen.

Diversity & Inclusion

Einladung zum Tanz, als ob niemand hinschaut

Vielfalt heißt, zur Party eingeladen zu werden. Inklusion ist, zum Tanzen aufgefordert zu werden. Zugehörigkeit ist tanzen, als ob niemand hinschaut.

Diversity & Inclusion ist zu einem Thema geworden, dem sich Organisationen zuwenden.

Einige, weil sie den wahren Wert der Kombination der Erfahrungen und Sichtweisen einer vielfältigen Belegschaft erkennen, die ermutigt wird, all ihre Facetten, ihr bestes, authentisches Selbst an den Arbeitsplatz zu bringen.

Andere, weil Analysten und institutionelle Investoren begonnen haben, unangenehme Fragen über ihr ausschliesslich männliches Top-Management oder ihre mangelnde Fähigkeit, Schlüsselinformationen über die Vielfalt ihrer Belegschaft zu geben, zu stellen.

Für mich ist Vielfalt & Inklusion etwas sehr persönliches, denn ich habe am eigenen Leib erlebt, wieviel Freude und Energie entfesselt wurde, als ich mein ganzes, authentisches Selbst zur Arbeit bringen konnte.

Sollten dies Themen sein, die dich auch beschäftigen, dann zögere nicht und kontaktiere mich um herauszufinden, wie wir zusammen lernen und Fortschritte machen können.

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Cartoon: Steve Kelley Editorial Cartoon used with permission of Steve Kelley and Creators Syndicate. All rights reserved.